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Donnerstag, 26.10.2017
LHGV: Wirtepatent für Airbnb ab Tag 1!
Gewerblich heisst regelmässig wiederkehrend mit der Absicht auf Gewinnerzielung. Bei Hotels bedeutet das, Steuern, Taxen und Gewerbebewilligung, sprich: Wirtepatent ab dem 1. Tag. Bei Steuern und Taxen ist Liechtenstein bei Airbnb & Co. vorbildlich: Steuern und Taxen sind am dem 1. Tag pflichtig. Bei der Anzahl Nächtigungen hingegen herrscht ein Ungleichgewicht: Das Wirtepatent wird erst bei maximal 2‘880 Nächtigungen pro Jahr verlangt (8 Personen pro Tag sind noch „ungewerblich“, hochgerechnet auf 12 Monate). Das sind definitiv keine gleich langen Spiesse, ein sog. level playing field sieht anders aus.

Hinzu kommt, dass es bei der aktuellen Regelung möglich ist, einen Umsatz von über CHF 100‘000 zu generieren und damit mwst-pflichtig zu werden aber keine Gewerbebewilligung zu benötigen?
Es gibt kein nachvollziehbares Argument, dass auch Airbnb Steuern und Taxen ab dem 1. Tag abführen muss, ein Wirtepatent aber erst nach über 2‘800 Nächten bzw. einem Maximalumsatz von über 100‘000 Franken. Der LHGV fordert hier gleiche Voraussetzungen für alle Player und betont dabei, dass Liechtenstein hier eine Vorreiterrolle einnehmen würde, zumal diese Thematik in vielen Ländern wohl wahrgenommen aber noch nicht rigoros umgesetzt wird. Mit Steuern und Taxen ab dem 1. Tag ist unser Land europaweit führend. Beim Wirtepatent hingegen hinken wir unverhältnismässig hinterher: die HOTREC Hospitality Europe setzt die Gewerblichkeit wie dargelegt bei 60 Nächtigungen an, unser Schwellenwert ist fast 50 Mal höher. Neuestes Beispiel dieser Tage: Konstanz am Bodensee will maximal 7 Wochen für diese Form der Übernachtung gewähren. Grund ist hierfür noch ein anderer: die Langzeitmieten wurden durch dieses Modell verdrängt und Wohnungsknappheit ist entstanden. Bei uns ist das noch nicht soweit und genau deshalb ist es wichtig, von Anfang an für alle Leistungsträger die gleichen Voraussetzungen zu schaffen.

Airbnb ist eine interessante Form zu Reisen. Das Konzept ist ursprünglich der sog. Sharing Economy zuzuordnen, also freie Privaträume Dritten zur Verfügung zu stellen. Zur Shadow Economy wurde die Branche bekanntlich wegen fehlender Regularisierung. Weltweit sind die grossen Destinationen nun daran, das Phänomen in geregelte Bahnen zu lenken.

Pressespiegel zum Thema:
  • 26. Oktober 2017: LHGV fordert Wirtepatent für Airbnb >pdf
  • 25. Oktober 2017: Airbnb - Wirtschaftsminister winkt ab >pdf
  • 17. Oktober 2017: Airbnb & Co - Viele Bedenken trotz klaren gesetzlichen Vorgaben >pdf